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Mehrfachbelichtung
Beim Fotografieren einer Mehrfachbelichtung von Hamburg entsteht ein ganz eigenes, vielschichtiges Gefühl – fast so, als würde man die Seele der Stadt Schicht für Schicht freilegen.
Da ist zuerst die Faszination für das Zusammenspiel von Gegensätzen. Historische Fassaden, modernes Glas, Wasser, Lichter, Bewegung – alles überlagert sich. Ich spüre, dass diese Stadt nicht nur aus einzelnen Momenten besteht, sondern aus vielen gleichzeitig. Die Mehrfachbelichtung wird zum Mittel, genau dieses Gefühl sichtbar zu machen.
Gleichzeitig entsteht ein kreativer Rausch. Die Lichter der Straßen, Spiegelungen in der Elbe, Silhouetten von Gebäuden – alles kann miteinander verschmelzen. Ich denke weniger dokumentarisch und mehr intuitiv: Was passiert, wenn ich diese Szene mit jener kombiniere? Es ist ein Spiel mit Identität und Atmosphäre der Stadt. Ich komponier meine Aufnahmen – ist meist genutzte Aussage.
Doch auch hier ist Unsicherheit präsent. Wird aus der Mischung ein stimmiges Bild oder ein visuelles Durcheinander? Gerade in einer lebendigen Stadt wie Hamburg, mit so vielen Reizen, kann die Grenze schnell verschwimmen. Diese Spannung macht jeden Auslöser aufregend. Es gab schon einen Kunden, der hat bei einer Fotografie von mir von einem „Wimmelbild“ gesprochen. Im ersten Moment war ich etwas brüskiert. Im zweiten Moment jedoch habe ich mich wohlwollend an meine Kindheit erinner: Hier hatten Wimmelbücher einen festen „Platz“. Es gab immer (noch) etwas zu entdecken.
Ich liebe das Gefühl von Entdeckung. Wenn sich etwa Hafenkräne mit vorbeiziehenden Lichtern oder Konturen von Gebäuden mit Wasserstrukturen verbinden, entsteht etwas, das man so mit bloßem Auge nie sehen würde. Ich erkenne hier neue Seiten der Stadt – fast wie verborgene Ebenen.
Auch eine gewisse Nostalgie kann mitschwingen. Mehrfachbelichtungen wirken oft wie Erinnerungen: überlagert, nicht ganz greifbar, leicht verschwommen. In einer Stadt wie Hamburg verstärkt das den Eindruck von Geschichten, Vergangenheit und Bewegung durch die Zeit.
Und wenn alles zusammenkommt, fühlt es sich an, als hätte man nicht nur ein Foto gemacht, sondern einen Eindruck verdichtet – ein visuelles Echo der Stadt. Kein klares Abbild, sondern ein Gefühl von Hamburg, eingefangen in mehreren Momenten zugleich.

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